 | 1909 Inbetriebnahme des Wasserkraftwerkes in Oldau mit einer Generatorleistung von 450 Kilowatt und eines Dampfkraftwerks mit einer Leistung von zunächst 1.900 Kilowatt. Eigentümerin war die Stadt Celle. Diese unter dem Namen "Allerzentralen" bekannten Kraftwerke decken überwiegend den Strombedarf der Stadt Celle und einiger Industriebetriebe sowie kleinerer Ortschaften in der unmittelbaren Umgebung -> Allerzentralen in Oldau |
1912
Die Kreistage in Celle und Uelzen beschließen den Bau eines Leitungsnetzes zur Versorgung des gesamten Kreisgebietes mit elektrischer Energie.
1913
Gründung einer Überlandzentrale in den Landkreisen Celle und Uelzen. Aus dieser ging später die SVO hervor. Die beiden Kreisnetze werden noch im gleichen Jahr gekoppelt. Die Allerzentralen liefern den benötigten Strom über zwei 15.000-Volt-Leitungen, die von Oldau bis zu den Zentralstationen in Unterlüß und Schmarbeck führen. Von dort geht der Strom weiter über Suderburg und Ellerndorf in das Netz des Landkreises Uelzen.
1914-1918
Der Erste Weltkrieg unterbricht die Aufbauphase. Kupfervorräte werden für Kriegszwecke beschlagnahmt. Die Verwendung von Eisenleitungen führt wegen der geringeren Leitfähigkeit zu einem erheblichen Anstieg der Leitungsverluste.
1919-1923
Die Inflation wirkt sich auf die Strompreise aus.
1923
werden sie fast täglich neu festgelegt. Im November 1923 kostet die Kilowattstunde 180 Milliarden Mark, was in etwa dem Preis eines Brotes entspricht. Mit Einführung der Rentenmark kehren dann langsam wieder normale wirtschaftliche Verhältnisse ein. Anfang Dezember 1923 kostet die Kilowattstunde Lichtstrom 60 und eine Kilowattstunde Kraftstrom 45 Pfennig.
1926
Bau eines Umspannwerkes in Uelzen und Errichtung einer 60.000-Volt-Leitung von Oldau nach Uelzen. Dadurch entstehen weniger Stromverteilungsverluste.
1932
Verkauf der Allerzentralen an die PreussenElektra AG. Die Stromlieferung für die Überlandzentralen Celle und Uelzen übernimmt die HASTRA AG.
1938
Die Überlandzentrale des Landkreises Uelzen erhält eine eigenständige Verwaltung und beliefert fortan das Städtische Elektrizitätswerk mit Strom, das weiterhin für die Versorgung der Stadt Uelzen zuständig ist.
1939-1945
Während des Zweiten Weltkrieges können die Versorgungsnetze aus Personalmangel, aber auch wegen der großen Materialverknappung, bald nur noch notdürftig instand gehalten werden. Mehrere hundert Tonnen Kupferleitungen müssen ausgebaut und für Rüstungszwecke abgeliefert werden. Eisenleitungen dienen als Ersatz. Verschiedene Teile des Hoch- und Mittelspannungsnetzes werden durch Bomben zerstört. Bei Kriegsende liegt die Stromversorgung völlig danieder. Die Stromlieferung an Haushalte und Betriebe ist aufgrund des Energie- und Rohstoffmangels streng kontingentiert.
29.05.1942
Vereinigung der beiden Überlandzentralen zum "Stromversorgungsverband Osthannover". Der Zusammenschluss bringt viele Vorteile: Die Mittelspannungsnetze werden miteinander gekoppelt, dadurch erhöhen sich die Schaltungsmöglichkeiten bei Stromausfall. Das Zusammengehen bringt natürlich auch Kosteneinsparungen beim Materialeinkauf und Rationalisierungsvorteile in der kaufmännischen und technischen Verwaltung mit sich.
1948
Mit der Währungsreform bessern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse. Der Wiederaufbau der Stromleitungen ist in vollem Gange.
1955
Bau eines Umspannwerkes, der Betriebswerkstätten des Lagers und Zählerprüfamtes in Bostel
ab 1963
Übernahme der Betriebsführung für die Wasserversorgung in den Landkreisen Celle und Uelzen
1963-1968
Umstellung des Mittelspannungsnetzes von 15 auf 20 kV. Dadurch verbessert sich die Übertragungsfähigkeit erheblich. Bau von weiteren Umspannwerken
1966
Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes in Celle in der Sprengerstraße 2
1970
Umwandlung des Zweckverbandes in eine GmbH mit Kapitalbeteiligung der HASTRA AG
seit 1975
Einführung eines computergestützten zentralen Netzleitstellensystems zur Optimierung der Versorgung und zur Erhöhung der Versorgungssicherheit. Es wird in den folgenden Jahren ständig ausgebaut.
1982/83
Bau von neuen Umspannwerken in Lachendorf und Uelzen
seit 1992
Gebühreneinzug und kaufmännische Betriebsführung für die Abwasserentsorgung
1994
Übernahme der Wasserversorgung im Landkreis Celle und Beteiligung der Gemeinden am Stammkapital der SVO, Einstieg in die Gasversorgung
1995
Errichtung von zwei Mülldeponie-Kraftwerken und eines neuen Wasserwerkes
1997Gründung der Abwasserentsorgung Südheide GmbH. Aufgaben: Modernisierung der vorhandenen Kläranlagen, Ausbau der Kanalnetze und Betrieb der Anlagen
1998
Gründung der Abwasserentsorgung Südheide GmbH. Aufgaben: Modernisierung der vorhandenen Kläranlagen, Ausbau der Kanalnetze und Betrieb der Anlagen
2. April 2001
Fusion der Stromversorgung Osthannover und der Versorgungsbetriebe Celle zur SVO Energie GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2001
Historie der Energieversorgung Versorgungsbetriebe Celle (ehemals Stadtwerke Celle GmbH)
Historie der Gasversorgung in Celle
Von den Anfängen der Stromversorgung in Celle
Die Entwicklung der Gasversorgung in Celle
1857
erleuchtet die erste Celler "Gas-Erleuchtungsanstalt" in der Arndstraße, betrieben von einer Privatgesellschaft, Celles Straßen mit Gaslaternen. Die Gasproduktion mittels Entgasung von Steinkohle nimmt eine ungeahnte Entwicklung. Schon bald gehört es zum guten Ton, im Haus Gasbeleuchtung zu haben und mit Gas zu kochen.
1885
beschließen die städtischen Kollegien den Bau einer städtischen Gasanstalt, die 1887 in der Fuhsestraße in Betrieb genommen wird. Kurze Zeit bestehen die städtische Gasanstalt und die 1872 an die "Allgemeine Gasaktiengesellschaft zu Magdeburg" verkaufte private Gasanstalt mit eigenen Rohrnetzen nebeneinander, was häufige Verwechslungen zur Folge hat.
1889
gelingt es der Stadt nach schwierigen Verhandlungen, die private Gasanstalt aufzukaufen, sie bald darauf stillzulegen und abzubrechen.
1890
gibt es bereits Gasbehälter mit insgesamt 4000 cbm Inhalt. Neue Retortenöfen erhöhen die tägliche Leistungskapazität von 3000 auf 4000 cbm.
1897/98
entsteht in der Fuhsestraße ein Verwaltungsgebäude. Durch den zügigen Ausbau der Gasanstalt ist man im Jahr 1900 bereits in der Lage, die Gasproduktion auf 10000 cbm täglich zu steigern und bis 1905 auf 15000 cbm zu erweitern.
1906
werden die städtischen Elektrizitätswerke gegründet und entwickeln sich zunehmend zu einem überlegenen Konkurrenten auf den Anwendungsgebieten Licht und Kraft. Da Stadtgas als Edelenergie zur Wärmeversorgung in Industrie, Gewerbe und Haushalt immer mehr an Bedeutung gewinnt, gibt es beim Gasabsatz keinen nennenswerten Einbruch.
1911
wird die städtische Gasanstalt mit dem Kanalisations-, Straßen- und Tiefbauamt und dem städtischen Wasserwerk unter der Bezeichnung "Städtische Betriebsverwaltung" vereinigt. Die Leistung der Ofen- und Apparateanlage wird auf 20000 cbm/Tag gesteigert. 1912 sind auf dem Gelände untergebracht: Ein Schuppen für 8000 t Kohle, ein Ofenhaus, ein Maschinen- und Apparate-Gebäude, 4 Gasbehälter mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 12000 cbm , ein Lokomotivschuppen, ein Kesselhaus, Werkstätten, Teergruben, eine Betriebsmeisterwohnung und das zwischenzeitlich vergrößerte Verwaltungsgebäude.
1914-1918
Während der Kriegsjahre wird das Gaswerk immer mehr erweitert, so dass die Stadt Celle am Ende des Krieges ein hochtechnisiertes Gaswerk besitzt, das Spitzenabgaben bis zu 25000 cbm/Tag leisten kann.
1919-1929
Während der Nachkriegszeit und durch die unheilvolle Inflationszeit 1923 bis 1926 geht die Gasabgabe um mehr als 40 % zurück, so dass die Spitzenabgabe erst 1928/29 überschritten wird. Die rasche Geldentwertung nach dem ersten Weltkrieg stellt das Werk vor schwere wirtschaftliche Aufgaben. Größere Investitionen, die der Rationalisierung dienen können, werden zurückgestellt. Mit dem Bau einer Benzolfabrik und einer Ammoniaksalz-Gewinnungsanlage werden die anfallenden Nebenprodukte besser zum Verkauf aufbereitet.
1933
Das Werk verbessert durch neue Öfen und durch völlige Umgestaltung der Anlagen sowie Neubauten den gesamten Betriebsablauf. Durch eine neuzeitliche "Stehkammerofenanlage" wird es möglich, Stadtgas, d. h. Kohlengas und Wassergas gemeinsam in den Kammern mit gleichbleibendem Heizwert zu erzeugen. Ein neuerworbenes Gebäude in der Westcellertorstraße 11 A wird als Ausstellungs- und Verkaufsraum für Gasgeräte umgebaut. Es erhält eine Lehrküche mit einem Vortrags- und Vorführungsraum. Die Werbekraft wird durch den Zusammenschluss der Elektro- und Gasinstallateure mit den Städtischen Werken zur "Elektro- und Gasgemeinschaft" unterstützt.
1934
wird der Name des Unternehmens von "Städtische Betriebsverwaltung" in "Städtische Werke Celle" geändert.
1938
werden die Städtischen Werke aufgrund einer zuvor erlassenen Eigenbetriebsverordnung als Regiebetrieb aus der Stadtverwaltung ausgegliedert und bleiben bis 1972 ein Eigenbetrieb mit kaufmännischer und personeller Bewegungsfreiheit. Das Gaswerk entwickelt sich immer mehr zu einem chemischtechnischen Werk. Der gesamte Betrieb wird durchgreifend rationalisiert. Betriebswirtschaftliche Aspekte treten in den Vordergrund.
1939-1943
Während des Krieges kämpfen die Werke mit vielen Problemen. Die angeordnete allgemeine Verdunklung und die Tarnung der Gasbehälter und Gebäude erschweren die Arbeitsabläufe. Um die immer größer werdenden Anforderungen an die Gaserzeugung bewältigen zu können, werden die Anlagen in den ersten Kriegsjahren unter großen Schwierigkeiten weiter ausgebaut.
1944
Ab 1. Januar führen die Städtischen Werke die Bezeichnung: "Städtische Werke, Abt. Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerk", nachdem im August 1943 das Elektrizitätswerk eingegliedert wurde. Ab Ende 1944 wird die Gasabgabe erstmals eingeschränkt. Immer häufiger wird die Produktion erschwert, weil z. B. die Kohlezüge bombardiert werden.
1945
Am Sonntag, dem 8. April 1945, vier Tage vor dem Einmarsch der alliierten Streitkräfte in Celle und genau vier Wochen vor der bedingungslosen Kapitulation, werden die Betriebsanlagen oberirdisch zu 80 % durch Fliegerbomben zerstört. Auch ein Mitarbeiter wird bei diesem Angriff getötet. Viele helfende Hände sorgen mit einem gut durchdachten Aufbauplan dafür, dass schnell wieder Gas abgegeben werden kann, obwohl viele Auflagen der Militärregierung erfüllt werden müssen. Unter schwierigen Umständen kann ein neuer Gasbehälter gekauft und installiert werden. Schon im November können kleine Mengen Gas abgegeben werden.
1946-1948
Durch den Zustrom vieler Flüchtlinge und heimatlos gewordener Soldaten schnellt die Einwohnerzahl von 29000 Einwohnern im Jahr 1933 sowie 41000 im Jahr 1941 auf 60000 nach Kriegsende hoch. Deshalb ist ein leistungsfähiges Gaswerk dringend erforderlich. Ein neues Kesselhaus wird gebaut und 1948 mit allen Einrichtungen und einem 40 m hohen Kamin in Betrieb genommen, ebenso eine neue Gasentschwefelungsanlage. Die Währungsreform bringt für die bauliche Weiterentwicklung eine Besserung. Dafür stellt sich ein Finanzierungsproblem. Der Rat stellt alle Kräfte zum Wiederaufbau zur Verfügung. Ende 1948 kann der Aufbau des Gaswerks für eine Leistung von 45000 cbm Gas/Tag zum Abschluss gebracht werden.
1949
wird bereits im Januar 1949 an den Litfaßsäulen mit Werbeplakaten geworben: "Im Haushalt Gas verwenden". Als Ersatz für das "Stadtgeschäft" wird ein kleiner Ausstellungspavillon in der Fuhsestraße eröffnet. Alle Gas- und Elektroinstallateure und Elektrofachgeschäfte schließen sich erneut zu einer Verkaufsgemeinschaft, dem ELTGAWA-Dienst, mit den Städtischen Werken zusammen. Die Kunden haben dadurch alle Vorteile gebündelt. Mit Unterstützung der Lehrküche wird jeder gern beraten.
1956
werden die "Städtischen Werke" in "Stadtwerke Celle" umbenannt. Die Gaserzeugung erreicht ihren bisher höchsten Stand von 13 Millionen cbm. Pro Einwohner werden 204 cbm abgegeben. Schon 90 % der Haushalte mit 14000 Gaszählern sind ans Gasnetz angeschlossen, das zu diesem Zeitpunkt eine Länge von rund 120 km hat. Rund 25000 Tonnen Kohle werden entgast. Das Gasnetz hat eine Länge von rd. 120 km. Ein neues Verwaltungsgebäude kann im Oktober 1956 bezogen werden, dem ein großer Geräte-Ausstellungsraum und eine großzügig ausgestattete Lehrküche mit Vortragssaal angeschlossen sind
1962wird die Stadtgas-Eigenerzeugung aufgegeben. Die Ferngas Salzgitter GmbH wird Gaslieferant, vorerst weiterhin für Stadtgas. Die erste Station für den Gasbezug wird in der Fuhsestraße in Betrieb genommen.
1971
erfolgt die Umstellung der Stadtgaskunden auf Erdgas. Das Versorgungsgebiet wird dafür in 16 Abschnitte aufgeteilt. Komplexe technische organisatorische und technische Probleme müssen gelöst werden. Gasinstallateure und Stadtwerke vereinbaren feste Preise für die Umstellung der Geräte.
1972
erfolgt die Umwandlung des Eigenbetriebs in eine GmbH. Alleinige Gesellschafterin ist die Stadt Celle. Die Erdgasstation in Bennebostel wird in Betrieb genommen. Die Produktionsstätten des "Gaswerks" auf dem Gelände der Fuhsestraße werden nach und nach abgebaut.
1987
Eröffnung eines Energieberatungszentrums mit Geräteausstellung in der Schuhstraße, zentral in der Fußgängerzone gelegen.
1988
wird auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie "Kiebitzsee" ein Deponiegaskraftwerk errichtet.
1989
wird die zweite Gasübernahmestation in Altencelle am Apfelweg in Betrieb genommen.
 | 1994 wird eine neue Gashochdruckleitung in Betrieb genommen. Das Energieberatungszentrum wird an den Firmensitz Fuhsestraße zurückverlagert. -> Bau der Gashochdruckleitung |
1999
Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Celle GmbH beschließt im September 1999, die Versorgungssparten Strom, Gas und Wärme sowie die Betriebsführung für die Wasserversorgung zum 1. Januar 2000 in das Unternehmen Avacon AG einzubringen. Aus organisatorischen Gründen wird eine Personengesellschaft, die Versorgungsbetriebe Celle GmbH & Co KG (VBC) gegründet. Die Stadtwerke treten 99 % ihrer Gesellschaftsanteile an der Kommanditgesellschaft an die Avacon AG ab. Avacon ist ab 01.01.2000 Hauptgesellschafter der Gesellschaft.
2001
Zum 1. Januar 2001 fand der Zusammenschluss der Versorgungsbetriebe Celle mit der Stromversorgung Osthannover zu der neuen Gesellschaft "SVO Energie GmbH" statt.
Von den Anfängen der Stromversorgung in Celle
1898
bittet der Pächter der fiskalischen Rathsmühle den Magistrat der Stadt Celle um die Konzession, ein Elektrizitätswerk errichten zu dürfen. Die überschüssigen Wasserkräfte der Aller könnten zur Elektrizitätserzeugung ausgenutzt werden. Dies wird mit der Begründung abgelehnt, dass nach Erfindung des Gasglühlichts die Einführung des elektrischen Lichts unnötig ist.
1904
taucht nach den raschen Fortschritten der allgemeinen öffentlichen Elektrizitätsversorgung nach der Jahrhundertwende wieder das Projekt auf, ein Elektrizitätswerk zu gründen. Eine Kommission aus Mitgliedern des Magistrats und des Bürgervorsteherkollegiums befasst sich mit dem Thema; und aufgrund eines Gutachtens von Geheimrat Professor Dr. Kohlrausch wird im Mai 1905 einstimmig der Beschluss zum Bau eines gemeindeeigenen Elektrizitätswerks in der Hafenstraße gefasst. Die AEG als Generalunternehmerin erhält den Auftrag für den Bau des Elektrizitätswerks, wozu neben dem Dampfkessel, den Gas- und Heißdampfmaschinen von 80 und 250 PS der Bau der Gebäudeanlagen mit allen Einrichtungen gehört. Hinzu kommt das vollständige Verteilernetz, und zwar als Kabelnetz für die Innenstadt und als Freileitungsnetz für die äußeren Bezirke.
 | 1906 wird nach einem kurzen Probebetrieb ab 1. November die Stromerzeugung des "Städtischen Elektrizitätswerkes Celle" aufgenommen. Ende des Jahres sind bereits 200 Abnahmestellen an das Verteilungsnetz angeschlossen. Der gesamte Anschlusswert beträgt bereits 210 kW. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Stadt rund 21000 Einwohner. Das "Reklamemachen" für die neue Energie fällt der Stadt in einem neu erworbenen Haus in der Kanzleistraße 13 zu. Neben einem Baubüro entstehen dort ein Installationslager und eine Ausstellung für Beleuchtungskörper, Apparate und Elektromotoren. Zur praktischen Vorführung wird in der Waschküche dieses Hauses ein Gasmotor aufgestellt, der mit einer Dynamomaschine gekoppelt ist. Viele Experimentierfreudige besichtigen die provisorische Maschine, und die Neugierde treibt der Elektrizitätsversorgung manchen Kunden zu. -> Maschinenhalle und Schaltanlage des Elektrizitätswerks |
1907-1909
Schnell finden sich immer mehr Nutzer. So müssen die Werksanlagen erstmals 1907 erweitert werden, was durch den im Herbst 1907 aufgenommenen Straßenbahnbetrieb noch verstärkt wird. Dafür müssen ein Drehstrom-Gleichstrom-Umformer und eine Reserveanlage aufgestellt werden, damit für die Straßenbahn Gleichstrom von 550 Volt immer zur Verfügung gestellt werden kann. Ein Projekt, das man schon 1905 angesprochen hat, wird nun in Angriff genommen. Um elektrischen Strom aus Wasserkraft zu gewinnen und nach Celle zu leiten, sollen Allerstaustufen bei Oldau und weiter flussabwärts eingerichtet werden. 1907 wird hierzu ein Vertrag mit dem Königreich Preußen auf 30 Jahre geschlossen, der später, durch den Übergang der Wasserstraßen auf das Reich in eine neue Fassung gebracht, bis 1972 Gültigkeit besitzt. Um gegen wechselnde Wasserstände wie Hochwasser, Niedrigwasser oder Eisgang gefeit zu sein, wird bei Oldau als Ergänzung ein Dampfkraftwerk mitgeplant, das von der AEG realisiert wird. Vier Dampfkessel und zwei Dampfturbinen mit einer Gesamtleistung von 1900 kVA liefern ab 19. Mai 1909 den ersten Strom. Benachbarte Kreise, Gemeinden und Industrien werden angeschlossen, und das Kraftwerk ist bald ausgelastet. Die sogenannten "Allerzentralen" sind bis zum 30. Juni 1930 im alleinigen Besitz der Stadt Celle und werden gemeinsam mit dem städtischen Elektrizitätswerk in der Hafenstraße unter einer Werkleitung verwaltet.
1910-1911
Ein 6000 Volt-Kabel, das von Oldau nach Celle zum Elektrizitätswerk verlegt wurde, kann im November 1910 in Betrieb genommen werden. Von dieser Zeit an wird nahezu der gesamte Strom, den die Stadt Celle benötigt, von den Allerzentralen bezogen. Das Elektrizitätswerk in der Hafenstraße entwickelt sich zum Umformerwerk und zum Hauptverteilungsstützpunkt. Mit dem Bau der ersten Wasserzentrale bei Oldau wird Mitte 1910 begonnen. Die Anlage wird im April 1911 in Betrieb genommen. Drei Wasserturbinen erzeugen einen Drehstrom von 6000 Volt.
1915
wird trotz des inzwischen ausgebrochenen Krieges 1915 eine zweite Wasserkraftanlage in Marklendorf mit vier Wasserturbinen in Betrieb genommen.
1918
Erst nach Beendigung des Krieges ist es möglich, die beiden Wasserkraftanlagen vollständig auszunutzen. Im Laufe der langjährigen Entwicklung werden über ein weitverzweigtes Hochspannungsnetz mit 60000, 15000 und 6000 Volt Betriebsspannung 2/3 des Regierungsbezirks Lüneburg mit über 600 Ortschaften aus den Allerzentralen mit Elektrizität versorgt. Das Kraftwerk mit seinen Anlagen muss laufend vergrößert werden. Das weitverzweigte Verteilungsnetz erfordert Geldmittel, die weit über die Finanzkraft der Stadt Celle hinausgehen.
1929
wird der schwere Entschluss gefasst, Zusammenschlussverhandlungen mit der Preußischen Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Preag) aufzunehmen. Die Verhandlungen führen 1930 zum Verkauf der "Allerzentralen der Stadt Celle". Das Versorgungsnetz hat in Celle inzwischen eine Gesamtlänge von 90 km.
1931-1939
wird noch die Hälfte des Stroms als Gleichstrom in das Celler Stadtnetz abgegeben. Ein Plan sieht vor, diese Stromart im Laufe von 25 Jahren gänzlich durch Dreh- bzw. Wechselstrom zu ersetzen. Ab 1935 werden die Umstellungsarbeiten stark gehemmt und im Krieg vollkommen unmöglich gemacht, obwohl der Drehstrom von den Celler Großabnehmern zunehmend benötigt wird.
1939-1945
Das bis zu diesem Zeitpunkt selbstständige Elektrizitätswerk wird im August 1943 in die Städtischen Werke eingegliedert. Ab 1. Januar 1944 heißt die formelle Bezeichnung: "Städtische Werke, Abt. Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerk".
1948
Erst mit dem Wiederaufleben der Wirtschaft im Jahre 1948 kann die Umstellung von Gleich- auf Wechselstrom zügig fortgesetzt werden. Die Marschall-Plan-Hilfe setzt den Wiederaufbau unserer Stromversorgungsanlagen in Gang. 60000 Einwohner müssen nach dem Krieg mit Strom versorgt werden. Der Strom kommt nicht mehr nur aus Oldau. Mit dem Bau eines Umspannwerks in Bostel wird Elektrizität ab 1955 im Wesentlichen über das neue Umspannwerk bezogen. Bei Störfällen kann schnell auf eines der beiden Umspannwerke umgeschaltet werden. Der ELTGAWA-Dienst wird als eine Verkaufsgemeinschaft der Gas- und Elektroinstallateure unter Federführung der Städtischen Werke mit einem kleinen Ausstellungspavillon neu gegründet. Die Celler werden in der Lehrküche beraten, die in der Westcellertorstraße ihre Räume hat.
 | 1956 Die Nachfrage nach Strom steigt ständig. Deshalb wird es notwendig, ein weiteres Umspannwerk in der Fuhsestraße in Betrieb zu nehmen. Die Celler Bevölkerung wird inzwischen aus einem 300 km langen Kabelnetz versorgt. Ein neues Verwaltungsgebäude, dem sich ein großer Geräte-Ausstellungsraum anschließt und im Anbau auch eine großzügig ausgestattete Lehrküche mit Vortragssaal besitzt, kann im Oktober bezogen werden. Das Versorgungsnetz ist inzwischen auf 300 km angewachsen. Die Stromabgabe hat sich von 1945 mit 9,5 Millionen kWh Strom auf 37,5 Millionen kWh im Jahr 1956 vervierfacht. -> Vortragssaal und Lehrküche |
1967
Die Umstellung des 15 kV-Netzes auf 20 kV wird abgeschlossen. Der gestiegene Strombedarf, der inzwischen bei rund 100 Millionen kWh liegt, ist so noch sicherer zu decken.
1972
Der Eigenbetrieb wird umgewandelt in eine GmbH, alleinige Gesellschafterin der "Stadtwerke Celle GmbH" ist die Stadt Celle.
1975
In der Innenstadt wird die Umstellung des 6kV-Netzes auf 10 kV abgeschlossen.
1981
Die Stromversorgung wird auf die 1973 eingemeindeten Ortsteile Westercelle und Altencelle ausgedehnt. Die acht nördlich der Aller gelegenen Ortsteile werden weiterhin von der Stromversorgung Osthannover GmbH beliefert. Gleichzeitig erfolgt die Aufnahme des gemeinsamen Strombezugs durch die Tochtergesellschaft der Stromversorgung Osthannover und den Stadtwerken Celle, der Energieversorgung Celle GmbH, von der Hastra - ab 1999 von Avacon.
1987
Eröffnung eines Energieberatungszentrums mit Geräteausstellung in der Schuhstraße, zentral in der Fußgängerzone gelegen.
1994
Das Energieberatungszentrum wird an den Firmensitz Fuhsestraße zurückverlagert.
1999
Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Celle GmbH beschließt im September 1999, die Versorgungssparten Strom, Gas und Wärme sowie die Betriebsführung für die Wasserversorgung zum 1. Januar 2000 in das Unternehmen Avacon AG einzubringen. Aus organisatorischen Gründen wird eine Personengesellschaft, die Versorgungsbetriebe Celle GmbH & Co KG (VBC) gegründet. Die Stadtwerke treten 99 % ihrer Gesellschaftsanteile an der Kommanditgesellschaft an die Avacon AG ab. Avacon ist ab 01.01.2000 Hauptgesellschafter der Gesellschaft.
Beteiligung an den Stadtwerken Bergen GmbH
 | 2002 - 2003 Sanierung und Neubau des Verwaltungsgebäudes Sprengerstraße und der Gebäude in Bostel |
2001 - 2004
Aufbau eines Lichtwellenleiterdatennetzes für alle Samtgemeinen im Landkreis Celle für alle Sparkassen im Landkreis Celle und Uelzen sowie Gewerbebetrieb und Krankenhäuser.
 | 2006 Das neue Energiewirtschaftsgesetz schreibt die Trennung von Netzbetrieb und Vertrieb vor: Die SVO Netz GmbH wird gegründet. |
2007 - 2008
Gründung der Gemeindewerke Wietze GmbH unter Beteiligung der SVO. Übernahme der Gasversorgung in Wietze.
2009
Gründung einer gemeinnützigen Klimaschutzgesellschaft für den Landkreis Uelzen.
Die SVO Energie GmbH wird eine Tochter der neugegründeten SVO Holding GmbH. In dem Zuge wird die SVO Netz GmbH aufgelöst und der Geschäftsbereich in die SVO Energie GmbH eingegliedert. Zeitgleich wird die SVO Vertrieb GmbH gegründet.
SVO Energie baut in Teilen des Landkreises Celle ein Glasfaserkabelnetz und realisiert damit ein hochleistungsfähiges Kommunikationsnetz.